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Autor Druckansicht   Thema: Was lest ihr zurzeit?
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Lavernac

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erstellt am 12.07.2013 um 18:43 Uhr       Zitatantwort        #1858270

Hab Melvilles Moby Dick angefangen und bin ziemlich begeistert. Das Buch zieht einen doch sofort in den Bann, die Schilderung dieser Walfänger Umgebung lässt einen eigentlich gleich vor Ort sein.
Hatte irgendwann mal ne 70iger Jahre Verfilmung davon gesehen, die mir schon ziemlich gefiel, nun bin ich endlich mal auf die Idee gekommen diesen Klassiker auch mal zu lesen.

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Morticia

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erstellt am 19.07.2013 um 09:25 Uhr       Zitatantwort        #1859083

Ich habe mal mit Rebecca Gablé weiter gemacht. Letzte Woche las ich zunächst "Hiobs Brüder", das mit wieder sehr gut gefiel, und derzeit bin ich bei "Die Hüter der Rose", um das Schicksal der Waringhams weiter zu verfolgen.

Da ich mir zwischenzeitlich "Das Spiel der Könige", "Das zweite Königreich" und "König der purpurnen Stadt" ertauschen konnte, wird mir diesen Urlaub sicher nicht mehr langweilig .

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Jhaan

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[DQRI]

erstellt am 08.08.2013 um 22:03 Uhr   Homepage besuchen    Zitatantwort        #1861164

[Externer Link - Bitte einloggen oder registrieren] wurde mein Interesse geweckt und ich habe gerade "Zealot - The Life And Times of Jesus of Nazareth" gelesen. Kann ich tatsächlich empfehlen, wenn man etwas Interesse an (Religions)Geschichte hat versteht sich. Der Autor versteht es unterhaltsam und locker zu schreiben, so dass es sich auch als Freizeitlektüre richtig gut liest. Es ist auch in keiner Weise irgendwie religionsdogmatisch oder so was.

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Die Menschen sind heutzutage nicht schlechter, als sie früher waren. Nur die Berichterstattung ist gründlicher geworden. (William Faulkner)

Bard's Tale

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[EdL]Engel des Lichts

erstellt am 18.08.2013 um 17:55 Uhr       Zitatantwort        #1861877

Habe mit "Das focaultsche Pendel" angefangen, aber schnell wieder weggelegt. Seitenweise Beschreibungen eines Basic-Programmes reissen mich nicht vom Sockel.
Ausserdem schnell "Das Druidentor" von Hohlbein reingezogen. Kurzweilig, voller Logikfehler - Popcorn-Buch halt.
Lavernac

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erstellt am 18.08.2013 um 19:20 Uhr       Zitatantwort        #1861886

Mich hat das Pendel damals ziemlich umgehauen, ist aber gut 20 Jahre her, kann sein das ich es heute anders sehen würde. Wärs nicht so dick und hätt ich nicht so vieles Ungelesenes hier würd ichs wohl noch mal testen.

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C-Real

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MdA - Der Boss / RPGuides.de (RIP)

erstellt am 18.08.2013 um 21:36 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1861898

Ich habe zwischendurch mal, so halb zur Entspannung, [Externer Link - Bitte einloggen oder registrieren] gelesen, weil Schopenhauer einer meiner Lieblingsphilosophen ist. Hier geht's um einen Psychotherapeuten, der sich, kurz vor seinem Lebensende, einem Patienten widmet bei dem er versagt hatte.

Das Buch habe ich ganz frisch ausgelesen und bleibe zwiegespalten zurück. Mich interessiert Psychotherapie, und so merkt man auch, dass Autor Yalom, selbst emeritierter Professor, sich in diesem Metier bestens auskennt. So finde ich die Charaktere ausreichend charakterisiert, auch wenn sie nur knapp dargestellt werden. Der Lesefluss ist vorhanden, die Sprache nicht sonderlich kompliziert, und so kann man es zügig und entspannt lesen.
Dabei ist die Idee schon Gold wert (ungeachtet aller kritischen Annahmen über Therapie an sich): Kann sich jemand mittels philosophischer Lektüre selbst therapieren? Und dann auch noch mittels Schopenhauer, der eben nicht einfach nur ein Pessimist und Misanthrop war, sondern einen metaphysischen (!) und lebenshaltungstechnischen (!) Pessimismus vertrat?
Hier beginnt der Zwiespalt: Als Einstieg in Schopenhauers Philosophie, sowie manches zur Mechanik von Gruppentherapie, ist das Buch ganz brauchbar. Wer sich jedoch etwas mehr mit Schopenhauer auskennt, wird von den Einschüben, die in erster Linie sehr weit aus der Safranski-Biografie stammen, nicht sonderlich überrascht werden. Schopenhauer als Person wird hier mit der 2. Hauptfigur Philipp Slate gespiegelt, doch das ohne soweit in die eigentliche Philosophie einzutauchen. Es geht dann leider WIRKLICH nur um Schopenhauers Einsamkeit, seinen Frauenhass usw. Der so wirklich wichtige Willen, der ja nun einmal DER, Hauptgedanke in seinem Werk ist, wird nur an 1-2 Stellen wirklich erwähnt. Gleiches gilt für den durchaus großen Einfluss von Schopenhauer auf die Psychologie, speziell Freud, überhaupt. Lobenswert ist da höchstens, dass man auf die Adaption Schopenhauers eingeht: sprich, er wird deswegen so wenig gelesen und in der Lehre besprochen, weil viele Andere seine Gedanken nutzten oder ihnen fälschlicherweise Pionierarbeit zugeschrieben wird, wo S. zuerst da war (wie z.B. bei Nietzsche).
Und so schlägt sich diese Prämisse eigentlich nur Schopenhauers Biografie zu verarbeiten auch in der Handlung nieder: Zu sehr dreht es sich um die Gruppentherapie. Am Anfang macht Slate der 1. Hauptfigur Hertzfeld den Vorschlag ihn im Gegenzug mit der Philosophie von Schopenhauer vertraut zu machen. Genau dieser interessante Handlungsstrang wird aber nicht aufgegriffen, die bibliographische Therapie also.
Dies führt auch zum Ende - Achtung, leichter Spoiler! - welches sich, nach gewissem Einfühlungsvermögen für Philip Slate, erstaunlich lasch und fast kitschig gibt. Wo zuvor der Mut da war die Schopenhauer-Sichtweise zum Leben heranzuziehen, wird dann gegen Ende plötzlich doch erkannt wie wichtig menschliche Beziehungen usw. sind. Hier ging mir einfach der Mut abhanden den bisher eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Es war wieder der Schritt zurück, der zuvor so nach vorn gemacht wurde.

Fazit: Für Einsteiger ganz nett, doch letztlich wird das Buch Schopenhauers Philosophie nicht gerecht und hat auch nicht die Tapferkeit sich dieser inhaltlich zu stellen. Eine sehr tolle, interessante Idee, die zugunsten von Klischees dann verschenkt wird. 5.5/10

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Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. - Oscar Wilde

Amokhunter

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erstellt am 18.08.2013 um 22:21 Uhr     ICQ 101867948  Zitatantwort        #1861903

1984
Bin noch nicht ganz durch, aber bisher ist es neben der Dystopie noch eine ziemliche Schnulze, bin mal gespannt ob das über der Hälfte etwas interessanter wird.

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Evil is evil. Lesser, greater, middling… makes no difference. The degree is arbitrary. The definition’s blurred.
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Wedge

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erstellt am 18.08.2013 um 22:40 Uhr     ICQ 330224639  Zitatantwort        #1861905

Starmaker von Olaf Stapleton. Er scheint eine Vorliebe für das Wörtchen "abreast" zu haben...

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If we're going nowhere as a country, why can't we get there faster?
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Serinir

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erstellt am 19.08.2013 um 00:29 Uhr eMail schreiben  Homepage besuchen  ICQ 175835951  Zitatantwort        #1861910

Bard's Tale schrieb am 18.08.2013 um 17:55 Uhr:

Habe mit "Das focaultsche Pendel" angefangen, aber schnell wieder weggelegt. Seitenweise Beschreibungen eines Basic-Programmes reissen mich nicht vom Sockel.

Naja, das ist ja nicht alles, und der Einstieg in das Buch ist nicht so easy, aber ich würd dem noch ne Chance geben!

Ich habe gerade die Korrekturen von Jonathan Franzen angefangen, aber das deprimiert mich ziemlcih.. Deshalb erstmal beiseite gelegt und eine Reclamausgabe von Gogol rausgekramt

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"You can't make an omelette without ruthlessly crushing a dozen of eggs beneath you stell boots and then publicly disemboweling the chickens that laid them as a warning to others."

Lavernac

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erstellt am 21.10.2013 um 20:05 Uhr       Zitatantwort        #1867779

Hab 2 Bücher durch, seit ich das letzte Mal was geschrieben hab.
Moby Dick hat mir gefallen, nicht um gehauen, aber gefallen. Ich finde die damalige Zeit ist enorm gut eingefangen. Die Bilder von Nanuket die meine Phantasie zeichnete waren eindrucksvoll, auch die Phasen später auf der Pequod sehr fesselnd.
Das ist jedoch nur ein Teil des Buches, die andere Hälfte ist nahezu pure Cetologie. Sicher nicht uninteressant, auch hier wieder durch den historischen Kontext, mir aber zur Unterhaltung zu langwierig.

Deutschland muss sterben Ein Buch über die Geschichte der Band Slime.
Wieder zurück in den 80igern. Wieder zurück in dem Plattenladen in dem ich mir meine Slime 1 gekauft habe. Es war die erste Ausgabe, also war "Bullenschweine" auch noch unzensiert.
Ich hatte Slime lange nicht mehr gehört und beim Lesen ist mir erst mal bewusst geworden wie sehr mich diese Band doch geprägt hat. Musikalisch haben sie für mich mit den Pankehallen aufgehört. Die 3 später erschienen Scheiben habe ich nie kennen gelernt, so wie "Schweineherbst" da abgefeiert wird, werde ich mir die sicher mal geben.

Jetzt begonnen habe ich "Mr. Nice" und das scheint wohl auch was richtig nettes zu sein

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Lavernac

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erstellt am 23.12.2013 um 20:44 Uhr       Zitatantwort        #1874345

Mr.Nice - Für Kiffer, Schmuggler und Feinde amerikanischer Strafverfolgungsbehörden ein absolutes Muss, für alle anderen imo bestimmt auch nicht uninteressant.

Mr.Nice alias Howard Marks studierte in den frühen 60igern in Oxford, begann dort als Hippie zu kiffen und von diesem Zeug dann mal das eine oder andere zu verkaufen. Nach und nach baute er seine Kontakte aus und begann das Zeug selbst via Irland nach England zu bringen. Er soll bis Ende der 80iger für 10% des Weltkonsums gesorgt haben.
Handel mit anderen Drogen lehnte er kategorisch ab.
Ende der 80iger wurde er von der DEA auf Mallorca eingesackt und in einem ziemlich willkürlichem Verfahren zu 25 Jahren verurteilt. Von denen saß er 7 ab und schrieben dann dieses Buch.

Nun habe ich A.L. Kennedys "Das blaue Buch" begonnen. Ich tue mich hiermit enorm schwer, ist mir alles zu poetisch. Mal sehen ob ich mich da durch beiße. Empfehlen kann ich es momentan absolut nicht.

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C-Real

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erstellt am 23.12.2013 um 22:22 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1874352

Ich lese zur Zeit Bring Up The Bodies, das Sequel zu Wolf Hall und Part 2 der Trilogie um Thomas Cromwell. Bisher kann ich nicht klagen, das Buch hält die grandios hohe Qualität des Erstlings auf jeden Fall. Den sollte man allerdings gelesen haben, denn obwohl in den Inhaltsangaben zu finden ist man könne das neue Werk auch ohne Kenntnisse des Vorgängers lesen, würde ich dieser Aussage in keinster Weise beipflichten. Es gibt zwar hier und da einige Erinnerungshilfen, aber mehr auch nicht. Aber nicht dass es schaden würde Wolf Hall gelesen zu haben.

Das wird ein langes Warten bis 2015.

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Morticia

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erstellt am 28.12.2013 um 14:38 Uhr       Zitatantwort        #1874608

Ich lese gerade Chad Harbachs "Die Kunst des Feldspiels", das Lavernac auf der vorigen Seite bereits empfohlen hat, und schließe mich vollumfänglich eben dieser Rezension an: ein schööönes Buch, welches sich -auch wenn man keinen Schimmer von Baseball hat und/oder sich nicht sonderlich für diese Sportart interessiert-, als sehr lesenswert entpuppt; diesbezüglich finde ich's vergleichbar mit "infinte jest".
Es ist auch richtig lustig, auf eine nicht-platte Art, und der Schreibstil gefällt mir sehr. Kleines Beispiel: "Die kürbisfarbene Sonne hatte sich selbst auf die Spitze der Kapelle von Westish gepfählt und hatte zu bluten begonnen."

Zuvor war das erwähnenswerteste Buch, das ich in den letzten Monaten gelesen habe, Thomas Pynchons "Natürliche Mängel". Das soll wohl der zugänglichste Roman von Pynchon sein, und diesbezüglich wurde ich auch nicht enttäuscht - ich fand ihn mitreißend, spannend und witzig.
Kalifornien 1970: Philip Marlowe in Schlaghosen, der kiffende Hippie-Detektiv Doc Sportello, erhält den Auftrag, beim Bodyguard eines Immobilienhais Schulden einzutreiben. Als Doc aus einem neongrellen Marihuana-Rausch erwacht, blickt er allerdings in das Gesicht von Lieutenant Bigfoot Bjornsen. Die Leiche des Bodyguards neben ihm sieht aus wie ein frisch geschlachteter Truthahn. Der Immobilienhai ist entführt, und Bigfoot, der Leuten gern seine Stacheldrahtsammlung zeigt, mag keine Hippies...

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Morticia

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erstellt am 28.12.2013 um 14:51 Uhr       Zitatantwort        #1874609

C-Real schrieb am 18.08.2013 um 21:36 Uhr:

Ich habe zwischendurch mal, so halb zur Entspannung, [Externer Link - Bitte einloggen oder registrieren] gelesen, weil Schopenhauer einer meiner Lieblingsphilosophen ist. Hier geht's um einen Psychotherapeuten, der sich, kurz vor seinem Lebensende, einem Patienten widmet bei dem er versagt hatte.


Erinnert mich gerade an andere Bücher von Yalom, von dem ich schon einiges gelesen habe, wie [Externer Link - Bitte einloggen oder registrieren]das ich von der Idee her ebenfalls klasse fand (mit der Verbindung von Psychotherapie und Philosophie), dessen Umsetzung mich aber letztlich auch zwiegespalten zurück gelassen hat.

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Lavernac

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erstellt am 28.12.2013 um 15:59 Uhr       Zitatantwort        #1874611

"Natürliche Mängel" habe ich mir mal auf die Liste geschrieben

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MissRattenstein

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erstellt am 31.12.2013 um 00:56 Uhr       Zitatantwort        #1874789

ich habe vor kurzem eine sehr gute übersetzung von "Träume von Räumen" von Georges Perec gelesen. Sicher jedem hier uneingeschränkt zu empfehlen, der - wahrscheinlich sogar mehrmals - mal etwas anderes lesen will.

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"Katzen sind winzig kleine Frauen in billigen Pelzmänteln"

Lavernac

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erstellt am 02.01.2014 um 16:42 Uhr       Zitatantwort        #1874918

Gut 'Träume von Räumen' hab ich dann auch mal notiert.

Ich hab seit langem mal wieder ein Buch nach Seite 100 weggelegt. Seite 100 ist bei mir immer die Grenze, bis dahin gebe ich jedem Buch die Chance sich zu entwickeln.
Das Blaue Buch von A.L. Kennedy hat mich durch die schöne freie Zeit der Weihnachtstage gequält. Es ist eines dieser Bücher bei denen ich den Eindruck bekomme sie sind nur geschrieben worden damit der Autor beweisen kann das er Einwortsätze und Einwortabsätze schreiben kann. Poesie um der Poesie willen, schrecklich.
Es wird zwar ab Seite 100 ein wenig handlungsreicher, aber ich will jetzt einfach nicht mehr.

Nun steht ein Buch an auf das ich mich schon lange freue. Kleine Auflage, deswegen Hardcover was mich lange vom Kauf zurückhielt. Als mir klar wurde, dass das wohl nie als Taschenbuch erscheint war mir klar, dass das mit dem 13.Monatsgehalt fällig ist: Blutsbrüder von Wenst Haffner. Das Buch wurde von Nazis öffentlich verbrannt, die Geschichte des Autoren verliert sich in den Kriegswirren.
Blutsbrüder ist ein sehr gut recherchierter (so Kritiken von damals zB im Simplicicimus) Roman über eine Clique von obdachlosen Jugendlichen im Berlin von 1930. Schon die ersten Seiten sind so beeindruckend, dass ich doch schon reichlich schlucken musste.

Natürliche Mängel sind jetzt auch da, müssen aber warten

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Lavernac

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erstellt am 24.01.2014 um 16:55 Uhr       Zitatantwort        #1876718

Also Blutsbrüder ist definitiv empfehlenswert. Man kann nur beten das uns nie wieder eine solche Armut ereilt.

Nun lese ich John Nivens "Kill your friends". Es behandelt einen Musikproduzenten im London der 90iger. Dieser heißt Stellfox . Wer von Niven "Second Coming" gelesen hat wird nun stutzen und an die Casting Show denken.
Ja eben dieser Stellfox der in Second Coming seinen schlechten Charakter zur Schau stellt ist nun die Hauptperson und genauso zynisch, böse, chauvinistisch, menschenverachtend und so und weiter ...
Leider bescheibt das Buch das Rockbusiness wie die Faust aufs Auge (zumindest so weit ich das beurteilen kann).

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C-Real

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erstellt am 25.01.2014 um 20:56 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1876795

Mein aktueller Roman ist Norman Mailers Das Schloss im Wald. Als das Ding vor ein paar Jahren herauskam, als letztes Buch von ihm, hat es ein bisschen Kontroverse hervorgerufen. Ein wenig verstehen kann man das schon, denn es geht um Adolf Hitlers Kindheit, beeinflusst vom Teufel bzw. einem Diener des Teufels, der u.a. zuschaut wie er seine Kotversuche macht. Und der baldige Führer ist angeblich ein Produkt des Inzests. Usw. usf.
Das Ganze ist schon ein wenig grotesk und bizarr, oft aber nicht ohne Humor und Ironie. Trotzdem bleibt es irgendwie bedrückend und bizarr.

Ich bin jetzt ungefähr bei Seite 130. Bisher ist es schon gut, mal sehen wo es noch hingeht. Auf jeden Fall bin ich positiv davon überrascht, dass das Buch, in Zeiten in denen Adolf Hitler entweder total lächerlich gemacht oder als das Über-Böse verdammt wird, ein durchaus ambivalentes Bild von Hitler bzw. seiner Familie zeigt - gerade und trotz der Ausgangssituation bzw. Plotprämisse.

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Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. - Oscar Wilde

Lavernac

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erstellt am 15.02.2014 um 19:44 Uhr       Zitatantwort        #1878818

Kill your friends Absolute Empfehlung. Zynisch, böse, dreckig, hinterhältig, fies uswusf.
Einzige Einschränkung: Wer bei "Gott bewahre" Probleme mit der groben Sprache hat wird es hier mindestens genauso haben.

Jetzt bin ich bei den Natürlichen Mängeln von Pynchon und ich kann mich nur anschließen. Chinatown / Black Daliah im Hippiegewand.
Nun weiß ich auch endlich wie man sich einen Weißbrot Fro macht.

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Serinir

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erstellt am 15.02.2014 um 20:16 Uhr eMail schreiben  Homepage besuchen  ICQ 175835951  Zitatantwort        #1878827

Kill your friends hat mir auch echt gefallen.. "what's best in life?"

Edit: Ich hab grad den ersten HdR auf Französisch durch, stand schon länger im Regal. Relativ freie Übersetzung inklusive Namen wie Frodon und Cul de Sac.

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Lavernac

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erstellt am 17.03.2014 um 18:57 Uhr       Zitatantwort        #1881584

Natürliche Mängel - Faszinierend. Ein echter Spaß, kann mich der Empfehlung nur anschließen.

Danach laß ich an einem Tag Grrrimm von Karen Duve. Eine Zusammenstellung von überarbeiteten Grimm Märchen. Hatte durch die Märchen im Schulunterricht Lust bekommen, insofern hat es mir sehr gefallen. War zwar noch nicht ganz das was ich suchte ("Hardcore Märchen"), kam dem aber wohl schon sehr nah.

Nun lese ich Südstern von Jonas Hartmann. Bin nicht so der Krimifan, aber dieser wurde mir nahe gelegt und zumindest der Berlinfaktor macht ihn für mich interessant. Mal sehen wie er am Ende abschneidet.

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C-Real

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erstellt am 24.03.2014 um 21:56 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1882091

C-Real schrieb am 25.01.2014 um 20:56 Uhr:

Mein aktueller Roman ist Norman Mailers Das Schloss im Wald. Als das Ding vor ein paar Jahren herauskam, als letztes Buch von ihm, hat es ein bisschen Kontroverse hervorgerufen. Ein wenig verstehen kann man das schon, denn es geht um Adolf Hitlers Kindheit, beeinflusst vom Teufel bzw. einem Diener des Teufels, der u.a. zuschaut wie er seine Kotversuche macht. Und der baldige Führer ist angeblich ein Produkt des Inzests. Usw. usf.
Das Ganze ist schon ein wenig grotesk und bizarr, oft aber nicht ohne Humor und Ironie. Trotzdem bleibt es irgendwie bedrückend und bizarr.

Ich bin jetzt ungefähr bei Seite 130. Bisher ist es schon gut, mal sehen wo es noch hingeht. Auf jeden Fall bin ich positiv davon überrascht, dass das Buch, in Zeiten in denen Adolf Hitler entweder total lächerlich gemacht oder als das Über-Böse verdammt wird, ein durchaus ambivalentes Bild von Hitler bzw. seiner Familie zeigt - gerade und trotz der Ausgangssituation bzw. Plotprämisse.

Das Buch über den jungen Hitler hatte ich jetzt schon seit einiger Zeit abgeschlossen. Es ging gut weiter, endete jedoch etwas abrupt und wirkte fast, als sollte da definitiv eine Fortsetzung zu kommen, die Mailer aber durch seinen Tod nicht mehr schreiben konnte. Letztlich stand leider etwas zu sehr der Vater von Hitler im Vordergrund, was, bei den Prämissen sogar etwas passt, aber in der Gesamtsicht etwas unbefriedigend war.

Jetzt lese ich den englischen Klassiker Jane Eyre von Charlotte Bronte. Bisher bin ich auch angetan. Man kann Frauen wieder etwas mehr verstehen.


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MasterFeidn

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erstellt am 24.03.2014 um 22:16 Uhr eMail schreiben      Zitatantwort        #1882094

Zur Zeit lese ich die Osten-Ard Saga von Tad Williams. Wahnsinns Geheimtipp. Besser als Herr der Ringe. Hier fande ich eigentlich nur das Silmarillion herausragend.

Meines Wissens nach sind Tad Williams und George R.R. Martin lose befreundet und "Das Lied von Eis und Feuer" wurde hierdurch beeinflußt, z.B. was die überraschenden Hauptcharaktertote oder auch SEX(!!) anbelangt.

Der Vorteil bei der Saga ist, dass es neben den 4 Hauptbänden nur noch eine Vorgesichte gibt. D.h. man kann die Bände auch irgendwann mal "fertig lesen" nicht so wie bei George R.R. Martin

Vorher habe ich "Das Schiff" von Greg Bear gelesen und ich muß den vielen Stimmen recht geben, die meinen, dass das SciFi-Genre wohl das anspruchsvollste Unterhaltungsgenre ist.
Lavernac

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erstellt am 08.04.2014 um 20:38 Uhr       Zitatantwort        #1883129

Also Südstern kann man sich geben, ist aber wirklich kein Muss. 08/15 Krimi halt, für Berliner sicherlich interessanter als für den Rest der Republik.

Nun bin ich DFWs "Alles ist Grün" - Kurze (fand ich nach Infinite Jest erwähnenswert ) Kurzgeschichten und tatsächlich ganz ohne Querverweise.
Liest sich sehr angenehm und ist bestimmt ein gutes Einsteigerwerk für Leute die DFW noch nicht gelesen haben.

Die erste Geschichte sagt unterm Strich: Ein Mann geht in eine Tiefgarage. Dort trifft er einen anderen Mann, der dort einen Herzinfarkt erleidet. - Diese 2 Sätze hat er tatsächlich auf 10 Seiten gestreckt

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C-Real

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erstellt am 12.04.2014 um 23:00 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1883444

C-Real schrieb am 24.03.2014 um 21:56 Uhr:
Jetzt lese ich den englischen Klassiker Jane Eyre von Charlotte Bronte. Bisher bin ich auch angetan. Man kann Frauen wieder etwas mehr verstehen.

Hab's vor zwei Tagen beendet und mir nun noch einmal die 2011er-Verfilmung angesehen, vom selben Typen, der übrigens bei "True Detective" Regie führt hat. Das merkt man stark an den Bildern - phänomal! Doch der Komplexität des Buches wird der Film nicht gerecht, was er auch nicht muss, aber bei "Jane Eyre" nur von Vorteil gewesen wäre. Selten habe ich so ein dichtes, komplexes Portrait einer Figur gelesen, die keine Heldin ist, nicht einmal für die Verhältnisse der viktorianischen Frauenwelt, und doch so beeindruckte.
Letztlich ist das Buch ein Zeitportrait, aber noch mehr eine sehr reife Liebesgeschichte, die nicht nur auf sehr subitle Weise Frauenemanzipation will, sowie auch eine Erzählung um Einsamkeit. Ich bin sehr begeistert und kann's nur empfehlen.

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Lavernac

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erstellt am 26.04.2014 um 20:09 Uhr       Zitatantwort        #1884376

DFWs Alles ist Grün Bombe ey, hat mich ja mal wieder richtig begeistert. Obwohl ich jedes Mal bei ihm Momente habe in denen ich mich frage warum ich mir das antue.
Die ersten Geschichten sind wirkliche Kurzgeschichten. "Alles ist Grün" selbst glaube ich die kürzeste Kurzgeschichte die ich kenne, aber die Letzte hat es wiedermal ziemlich in sich und fordert den Leser ständig.

Nun bin ich bei Premiership Psycho von C.M.Taylor gelandet. Eigentlich nicht schlecht, allerdings sehr sehr nah an "Kill your Friends". Ich muss fast ständig daran denken, was natürlich den Beigeschmack des Abkupferns mitführt. Ersetze das Musikbuisness mit dem des Profifußballs, ersetzte den widerlichen Stellfox mit einem widerlichen Jungprofi und Du hast Prem.Psycho .... zumindest bis jetzt.

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C-Real

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erstellt am 27.04.2014 um 23:14 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1884445

Lese gerade Charles Dickens' Eine Geschichte aus zwei Städten. Bin auf Seite 100 und eher skeptisch gestimmt: Dickens gibt schwafelige, gewitzt sein wollende Einführungen für jedes Kapitel und behandelt das Wesentliche doch eher knapp. Zudem beschreibt er mir zu detailliert, was einfach nicht mein Fall vom Stil her ist.
Natürlich mag ich nicht ausschließen, dass es noch besser wird - andere Zeiten usw. Einen Teil kann auch die alte Übersetzung von 1939 ausmachen.

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Karras

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erstellt am 27.04.2014 um 23:29 Uhr       Zitatantwort        #1884446

Im Original lesen?

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Karras

C-Real

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erstellt am 28.04.2014 um 00:21 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1884448

Die deutsche Ausgabe habe ich nun einmal hier und geschenkt bekommen. Da nehme ich halt die. Wobei ich der Übersetzung nun wirklich nicht den Löwenanteil meines Missfallens zuschreiben will. Manche Überlänge im Beschreiben fand ich auch beim zuvor gelesenen "Jane Eyre" kritisch. Aber da geschah das nicht nur zum Selbstzweck.

Na, bevor ich mich zu schnell auf ein Urteil einschieße, lese ich lieber weiter.

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