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Autor Druckansicht   Thema: Drive
Seite: 1
Caine

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erstellt am 24.01.2012 um 15:44 Uhr       Zitatantwort        #1792016

Das neue Werk von Valhalla Rising Regisseur Nicolas Winding Refn. Nachdem der Film gewaltige 8.1 Punkte auf Imdb hat, war ich gespannt. Allerdings gab es auch diverse kritische Rezensionen, die den Film als stark überbewertet eingestuft haben.

Kurz zur Story (von filmkritiker.com):

Tagsüber arbeitet Driver (Ryan Gosling) als Stuntman für Hollywood. Reine Routine. Erst nachts erwacht der wortkarge Einzelgänger zu Leben, als Fahrer von Fluchtfahrzeugen bewaffneter Einbrüche.

Keiner kann ihn schnappen, keiner kann ihm das Wasser reichen. Dann lernt der coole Driver seine neue Nachbarin Irene (Carey Mulligan) kennen und verliebt sich in die alleinerziehende Mutter. Als Irenes Ehemann Standard (Oscar Isaac) aus dem Knast entlassen wird, lässt sich Driver zu einem vermeintlich todsicheren Ding überreden: Mit dem erbeuteten Geld will Standard seine Schulden abbezahlen und Irene eine gesicherte Zukunft bieten.

Doch alles geht schief. Die Jagd auf Driver und Irene ist eröffnet wenn es ihm nicht sofort gelingt, den Spieß umzudrehen...


So weit, so unaufregend. Die Story des gelackmeierten Ganoven, der bei einem Coup gelinkt und dann plötzlich von allen gejagt wird, ist ja nichts übermäßig neues. Layer Cake lässt grüßen. Ryan Gossling ist richtig gut als namenloser "Fahrer". Sehr wortkarg steht ihm hauptsächlich seine Mimik zur Verfügung, um seinen Charakter darzustellen, und das macht er wirklich gut. Man erfährt allerdings auch nicht viel über den Fahrer. Wo kommt er her, was treibt ihn an, was will er erreichen? Auch über seine Charakterzüge erfährt man wenig. Anfangs erscheint er selbstlos und eher pazifistisch, aber nachdem er gelinkt wurde, mutiert er zum Charles-Bronson-mäßigen Rächer. Wie schon in Valhalla Rising wird mit Splatter nicht gespart, wenn die Action losgeht und es wird fröhlich mit allen möglichen Mordwerkzeugen gemetzelt.

Irgendwie konnte mich der Film aber doch nicht überzeugen. Ein neoklassischer Film-Noir sollte es wohl werden, mit einem "Mann ohne Namen" als Protagonisten, wie in den guten alten Italo-Western. Aber die Figur des Fahrers erscheint inkonsistent und es fällt einem schwer, mit ihm mitzufiebern. Der Coolness-Faktor des schweigsamen Helden ist durchaus hoch, aber ich wurde nicht mit ihm 'warm'. Sehr erfreulich fand ich die anfängliche Verfolgunsjagd mit dem Fluchtwagen. Statt konstant mit Höchstgeschwindigkeit durch die Stadt zu jagen, immer kurz vor einem tödlichen Unfall, verhält sich der "Fahrer" eher vorsichtig und sehr intelligent. Dank Polizeifunk ist er seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus und es werden nicht Vin-Diesel-Style dutzende Autos von Verfolgern und Unbeteiligten geschrottet. Finde ich deutlich realistischer so.

Was bleibt also zu dem Film zu sagen? Ich könnte mir vorstellen, dass es einige gibt, die den Film lieben werden, während es anderen gehen wird wir mir. Sicherlich finde ich den Film nicht völlig misslungen, nur die himmelhohen Hudeleien, die der Film von manchen Rezensenten einfährt, kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Ich würde ihn vermutlich mit (knappen) 7/10 bewerten im Vergleich zu meinen anderen Filmkritiken hier auf dem Board.

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- Na, Sie werden doch wohl wissen, ob Ihr Enkelkind ein Junge oder ein Mädchen ist?
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- Hoppenstedt. Wir heißen alle Hoppenstedt.


C-Real

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erstellt am 24.01.2012 um 15:51 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1792017

Danke für das Review, Caine. Ich bin auch skeptisch was diese zahlreichen, so hyper-positiven Stimmen angeht. Aber ich will mir auch selbst ein Bild machen, da immerhin deine Schilderung der Verfolgungsjagden gut klingt. Und ich liebe Verfolgungsjagden!

Die Kritik kann ich allerdings auch verstehen: Ein Noir-Thriller mit einem zu coolen Helden funktioniert meiner Meinung nach nicht.

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Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. - Oscar Wilde

Karras

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erstellt am 24.01.2012 um 18:34 Uhr       Zitatantwort        #1792036

Ihr solltet keinen rasanten Actionfahrfilm erwarten, der Film scheint sehr langsam von Statten zu gehen nur mit kleinen Actioneinsprengseln, welche dann umso brachialer von Statten gehen, mir persönlich gefällt das ja und ich bin auch gespannt.

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Karras

Caine

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erstellt am 24.01.2012 um 19:12 Uhr       Zitatantwort        #1792048

Karras schrieb am 24.01.2012 um 18:34 Uhr:

Ihr solltet keinen rasanten Actionfahrfilm erwarten, der Film scheint sehr langsam von Statten zu gehen nur mit kleinen Actioneinsprengseln, welche dann umso brachialer von Statten gehen, mir persönlich gefällt das ja und ich bin auch gespannt.

Gute Anmerkung, das stimmt absolut. Der Film ist die meiste Zeit über ziemlich ruhig, aber die letzte halbe Stunde hats dafür umso mehr in sich.

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Rabenrecht

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erstellt am 24.01.2012 um 21:19 Uhr       Zitatantwort        #1792078

C-Real schrieb am 24.01.2012 um 15:51 Uhr:
Die Kritik kann ich allerdings auch verstehen: Ein Noir-Thriller mit einem zu coolen Helden funktioniert meiner Meinung nach nicht.


Den Fahrer von Drive habe ich alles andere als "cool" empfunden. Wenn ich diese gewagte Behauptung aufstellen darf: ich denke auch nicht, dass es von den Filmemachern beabsichtigt war, den Protagonisten cool wirken zu lassen.

Ich habe den Fahrer als einen Menschen mit autistischen Zügen wahrgenommen. Für mich passt alles perfekt in dieses Bild: die Wortkargheit und soziales Unvermögen, die wie vom Band abgespulten längeren Redepassagen, die extremen Befähigungen in speziellen Bereichen, ja auch die unterdrückte Agressivität (als indirektes Symptom).
C-Real

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MdA - Der Boss / RPGuides.de (RIP)

erstellt am 24.01.2012 um 21:39 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1792085

Ich habe den Film noch nicht gesehen, Rabenrecht. Mir erschien es nur anhand des Trailers und dieser überschwänglichen Reviews so. Erstmal ansehen also!

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Administrator
Abraxas

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erstellt am 29.01.2012 um 09:37 Uhr eMail schreiben      Zitatantwort        #1792809

Ein bisschen gehyped finde ich. 3/5, vielleicht mit einer Tendenz zu 4/5 wegen des sehr schönen Sound-Tracks und der Miami-Vice-Big-City Atmosphäre, die der Film vermittelt. Der Protagonist trägt übrigens auch aus meiner Sicht autistische Züge.
MissRattenstein

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erstellt am 29.01.2012 um 18:29 Uhr       Zitatantwort        #1792878

ich finde drive klasse. Die darsteller und die regie sind einfach 1a. Würde mich sehr wundern, wenn der noch auch meinen Top 5 des Jahres fliegt.

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"Katzen sind winzig kleine Frauen in billigen Pelzmänteln"

Karras

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erstellt am 01.02.2012 um 15:18 Uhr       Zitatantwort        #1793432

Hab ihn letzte Woche gesehen und war bisher nur zu faul hier was zu tippen. Ich würde dem Film 7-8/10 Punkten geben. Den Hype um den Film habe ich ehrlich gesagt nicht mitbekommen und mich somit auch nicht davon beeinflussen lassen. Alles was ich vorher wusste war aus der "Half in the Bag" Show und die bemühen sich ja meistens nicht zu viel zu spoilern, ich wusste dadurch nur dass der Film um einiges ruhiger ist als der Trailer impliziert, es gar nicht so viel um Verfolgungsjagden geht und die wenigen Actionszenen extrem brutal sind. Konnte ich so nach dem Film alles bestätigen. Für mich trägt der Protagonist ebenfalls autistische Züge, hielt das hier im Thread erst für eine extreme Übertreibung. Wenn ihr eine kurze Einschätzung haben wollt, für mich ist das eher ein klassischer Gangsterfilm bzw. Krimi/Thriller. Das Setting und die Story könnte nicht schlichter sein, Fluchtwagenfahrer a lá Transporter verknallt sich und in dem er versucht ihr zu helfen (ihr Mann ist Knasti und steckt bis zum Hals in der Scheiße) gerät er von seiner neutralen Position mit in die kriminellen Machenschaften von denen er nie was wissen wollte und muss bald selbst um sein Leben fürchten. Der Miami Vice Vergleich von Abraxas ist möglicherweise nicht ganz unpassend, der Film hätte so auch schon vor 20-30 Jahren gemacht werden können und hat teilweise auch ein wenig den Retrolook (die pinke verschnörkelte Schrift), finde aber das tut dem Film hier nur gut, genauso dass der "Valhalla Rising" Macher hier Regie führt, eben ein Däne und kein Ami. Ich fürchte als reiner Hollywoodstreifen wär der schnell in der Versenkung verschwunden, der Regisseur bringt einfach ne Menge Sachen die es ungewöhnlicher machen: Andere Kameraperspektiven, einen unüblichen Protagonisten der weder der Gutmensch noch der übliche Badass ist, mehr ein recht verstörender Typ den die meisten wohl eher unheimlich fänden, sehr schweigsam, zu extremen Gefühls- und Wutausbrüchen neigend. Der Soundtrack ist zum Großteil sehr gelungen.

Kurz gesagt: Ich habs genossen, für mich kein monumentales Meisterwerk wie ich es schon wieder in Youtubekommentaren lesen musste, aber ein nicht nur solider sondern guter Thriller/Gangsterfilm, bewusst kein Action- oder Racingfilm. Wer zu zart beseitet ist sollte sichs allerdings trotzdem sparen, da die meisten brutalen Szenen wirklich ungeschnitten sind und keineswegs überspitzt oder unrealistisch wirken wie beispielsweise in Sin City. Der Film ist zu recht ab 18. Dass es recht konstruiert ist dass er über seine Nachbarin in den selben Verbrechenskreis rutscht und mir der Soundtrack manchmal etwas zu dick bzw. einige wenige Einstellungen bei den "Liebesszenen" etwas zu schmalzig waren, sind alles Kleinigkeiten die man gut verschmerzen kann. Wer von der Durchschnittskost Hollywoods eher angeödet ist kann ihn sich getrost ansehen, wer genau das will, könnte etwas entäuscht sein.

P.S.: Den Typ Schauspieler des Protagonisten mag ich eigentlich gar nicht, aber für diese Rolle des leicht gestörten Außenseiters fand ich Ryan Gosling passend.
P.P.S.: Wenn man kurz vorher wie ich Need for Speed Most Wanted gespielt hat sind die Ansagen des Polizeifunks ganz am Anfang sehr witzig, die sind eigentlich 1:1

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Karras

Arikael

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erstellt am 03.02.2012 um 14:41 Uhr   Homepage besuchen    Zitatantwort        #1793792

Für mich ist Drive einer der besten Filme der letzten Zeit und ich kann nicht mal sagen warum. Die Story ist nichts spezielles, aber die Inszenierung ist einfach spitze, zusammen mit dem tollen Soundtrack wird wunderbares, melancholisches Werk geschaffen. Und der "Held" ist weit weg von cool, würde mich hier Rabenrechts Erklärung anschliessen. Auch toll gespielt von Gosling.

Wusste gar nicht, dass dies der Regisseur von Valhalla Rising war. VR war mir zu gewollt hochstehend und künstlerisch. Aber bei Drive passt fast alles

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Früher, als Gummistiefel noch aus Holz waren, war alles besser

Bard's Tale

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[EdL]Engel des Lichts

erstellt am 06.03.2012 um 16:39 Uhr       Zitatantwort        #1799470

Ich fand ihn eher langweilig. Die Actionszenen stechen somit eher raus, erinnert mich etwas an Reservoir Dogs aber auf die Dauer musste ich mich echt zusammenreissen um überhaupt fertigzuschauen. Keine Überraschungen, die gewohnten Liebes-, Kampf-, und Emotionsszenen wechseln sich wie gewohnt ab, die Handlung hat man schon häufig gesehen. Kein Film, den ich ein zweites Mal sehen muss.
5/10 wegen der doch interessanten Gewaltszenen und dem Eye-Candy.
Private81

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erstellt am 06.03.2012 um 19:21 Uhr       Zitatantwort        #1799513

mir hat irgendwie gerade der ruhige ton des films gefallen. in einem film mit einem fahrhintergrund die geschwindigkeit rausnehmen und sich zeit für die charaktere lassen ist interessant.

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Gadamer zu lesen ist wie das Beobachten einer Schnecke, die Treppen steigt.

Lux

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Clan der Kakanier

erstellt am 06.03.2012 um 21:30 Uhr       Zitatantwort        #1799530

Ich mache es kurz, ich habe mich sehr gelangweilt. Nicht wegen fehlender Action,... Der Film ist einfach langatmig und vorhersehbar. Ich habe dauernd gewartet, das mal etwas unerwartetes passiert und mich wachrüttelt, aber es kam nichts. Nach einem langen Arbeitstag sehr einschläfernd.
Wedge

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Freacus Scandinavus, Väterchen Post, Wedgetarian, He's unvermeidbar!

erstellt am 06.11.2012 um 00:36 Uhr     ICQ 330224639  Zitatantwort        #1833688

großartiger film! neben Avengers der beste den ich dieses jahr gesehen habe. ist allerdings erst der dritte überhaupt, von daher vermutlich nicht sooo aussagekräftig.

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C-Real

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MdA - Der Boss / RPGuides.de (RIP)

erstellt am 06.11.2012 um 11:24 Uhr   Homepage besuchen  ICQ 257806157  Zitatantwort        #1833716

Fand den Film auch ziemlich genial, aber er hat auch seine Schwächen. Das liegt vor allem daran, wenn man andere Filme von Regisseur Refn kennt. Da merkt man deutlich ähnliche Motive und leider auch ähnliche Ausgänge.

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Karras

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erstellt am 06.11.2012 um 12:24 Uhr       Zitatantwort        #1833722

Fand Bronson von ihm aber deutlich schwächer, trotz einem genialen Tom Hardy, wer sich die DVD von mir ausleihen will, be my guest

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Karras

Karras

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erstellt am 23.03.2013 um 16:15 Uhr       Zitatantwort        #1848049

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Karras

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uzi

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erstellt am 15.08.2016 um 14:27 Uhr eMail schreiben      Zitatantwort        #1930201

hab den film erst jetzt gesehen, war völlig ahnungslos und hinterher positiv überrascht. komischerweise habe ich nicht die miami-vice-assoziation, sondern fühle mich hauptsächlich an gta5 erinnert. gerade die erste hälfte ist, als würde man mit dem richtigen sender durch los santos cruisen.

unterm strich mochte ich den film hauptsächlich wegen seiner optik, des soundtracks und der sparsamen dialoge. die handlung selbst ist in der tat wenig erhebend.

die autismus-these halte ich im übrigen für recht weit hergeholt. nicht jeder mit auffälligkeiten im sozialverhalten ist ein autist. und beim driver spricht imho relativ wenig dafür. insbesondere, weil autisten üblicherweise mit ungewohnten situationen nur schlecht umgehen können und sie deshalb vermeiden. weder der beruf als stuntman noch als fluchtwagenfahrer passen da ins bild.
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