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Autor Druckansicht   Thema: Taxi
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erstellt am 06.09.2015 um 00:04 Uhr   Homepage besuchen    Zitatantwort        #1919976

Nein, es geht nicht um diesen Iran-Film. Es geht um die Verfilmung des deutschen Romans von Karen Duve.

Hauptgrund, den Film anzuschauen, war ehrlich gesagt Peter Dinklage (alias Tyrion Lannister) als Haupt-Nebendarsteller. Ansonsten war nur die Grundprämisse des Films bekannt: Anfang 20jährige beginnt in den 1980ern nach abgebrochener Ausbildung zur Versicherungskauffrau eine Karriere als Nacht-Taxifahrerin. Seltsame Bekanntschaften, eine ungewollte Beziehung und eben Peter Dinklage als Love Interest. Aber die eigentliche Handlung blieb im Trailer nebulös. Das war auch nach Abspann des Films nicht vollständig anders. Die Filmemacher breiten dem Zuschauer ihre Intention nicht gerade lang und breit im Filmdialog aus, man muss sich das entweder vorher anlesen oder aus Hintergrundwissen erschließen. Unserem Verständnis nach geht es um die typische Generation-X-Problematik, also die Orientierungslosigkeit und den mangelnden Ehrgeiz, die einen großen Teil der Jugend der 1980er prägten, verkörpert durch die Hauptdarstellerin. Dementsprechend geht es in dem Film auch nicht um eine Start-Ziel-Narrative, sondern eher um einen Ausschnitt aus dem Leben der Protagonistin, der sich mit der Selbstfindung beschäftigt. Ergo kein Popcornfilm, eher für Fans für Filme wie Herr Lehmann/Neue Vahr Süd.

Ich bin kein Freund der zeitgenössischen deutschen Literatur, aber der Film dazu hat mich durchaus angesprochen. Das hat nicht unbedingt mit schauspielerischer Leistung zu tun, die durchgehend kompetent ist und an der eigentlich nichts auszusetzen ist - aber auch nichts übermäßig erinnerungswürdiges hervorgebracht hat. Eigentlich ist es mehr die Handlung, die ungewohnte Thematik, die ungewöhnlichen Figurenkonstellationen, die aber trotzdem recht glaubhaft wirken. Es gibt viele Filme über linksalternative Sinnsuche, die dann immer gleich auch in irgendwelchen Kommunen und irrlichternden WGs spielen müssen, aber wenige über eher bürgerliches Milieu, die nicht gleich in irgendwelche randgesellschaftliche Extreme ausufern. Das bringt der Film gut rüber und man kann sich die Trostlosigkeit, mit der einige die 1980er verbinden, gut nachvollziehen. Das setzt natürlich voraus, dass man sich für sowas auch interessiert. In diesem Fall liefert der Film einen guten Beitrag, den man sich durchaus zu Gemüte führen kann.

Die beiden Hauptdarsteller, Rosalie Thomass und Peter Dinklage, harmonieren sehr gut miteinander und bringen ihre achterbahnmäßige Liebesgeschichte gut rüber. Auch der Assistenzcast aus Stipe Erceg, Robert Stadlober, Antoine Monot Jr. und Özgür Karadeniz sowie die großartige Stimme von Mechthild Großmann als süffisante Taxizentrale helfen dabei, den Plot in Szene zu setzen. Eine gute Portion Humor, ohne dabei in Schenkelklopfer auszuarten, machen den Film zu einer recht leicht zu konsumierenden Kost. Von daher, klare Empfehlung.

4/5
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